Pressemitteilung 15/06
vom 25. Juli 2006
High-tech-Autos gezogen von Pferden
Vor der Sommerpause hat die Politik ein Resümee der bisherigen Arbeit
gezogen. Die Bundeskanzlerin hat der Großen Koalition eine
Erfolgsgeschichte zugeschrieben und das unbedingte Einhalt der
Koalitionsvereinbarung als Bedingung für die Glaubwürdigkeit ihrer
Politik herausgestellt. Bei all den Erfolgen wird mit keinem Wort das
Vorhaben der Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse der
modernen Informationsgesellschaft erwähnt, obwohl die Experten in den
Fraktionen bei der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag im Juni die
Urheberrechtsanpassung in ihrer Bedeutung als gleichrangig mit der
Föderalismusreform eingeschätzt haben. Warum das Schweigen der
Kanzlerin? In der Koalitionsvereinbarung heißt es: Wir wollen ein
,,bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht".
So gut wie alle Organisationen in Bildung und Wissenschaft, vertreten
durch das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"
sind sich einig, dass das jetzige Vorhaben der Bundesregierung genau das
nicht ist. Mit den vorgesehenen Regelungen für den Zugriff auf und die
Versorgung mit elektronischer Information werden Bildung und
Wissenschaft Fesseln angelegt, die sie weiter auch im internationalen
Wettbewerb behindern werden. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates,
Peter Strohschneider, kann für dieses ,,Reform"vorhaben nur noch Satire
bemühen: ,,Bei allem Verständnis für die Verwertungsinteressen der
Industrie, frage ich mich, wie die Autoindustrie reagierte, wenn morgen
festgelegt würde, dass Autos nur noch von Pferden gezogen werden
müssten".
Das Urheberrechtsbündnis appelliert an die Politik, die Sommerpause zu
nutzen, damit im Herbst, wenn die Beratungen in den Ausschüssen
beginnen, das Parlament die Verkrustungen der Regierung noch einmal
aufbrechen kann. Die Innovationspotenziale der modernen Informations-
und Kommunikationstechnologien müssen für Bildung und Wissenschaft
genutzt werden können. Die stereotypische Aussage der Justizministerin,
der jetzige Entwurf sei der beste aller möglichen Kompromisse, wird
durch die stete Wiederholung nicht richtig. Gegen die Interessen und
gegen die Positionen von Bildung und Wissenschaft sollte niemand auf
Dauer Politik machen. Wer sonst als Bildung und Wissenschaft können
entscheiden, was ein ,,bildungs- und wissenschaftsfreundliches
Urheberrecht" ist? Kritik, Forderungen und Vorschläge des Aktionsbündnis
sind auf seiner Website dokumentiert:
http://www.urheberrechtsbuendnis.de/
Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"
Das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"
(http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) wurde 2004 im Zusammenhang mit
der Novellierung der Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland
gegründet. Das Aktionsbündnis setzt sich für ein ausgewogenes
Urheberrecht ein und fordert für alle, die zum Zweck von Bildung und
Wissenschaft im öffentlichen Raum tätig sind, den freien Zugang zur
weltweiten Information zu jeder Zeit von jedem Ort. Grundlage des
Aktionsbündnisses ist die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für
Bildung und Wissenschaft vom 5. Juli 2004. Diese Erklärung wurde
unterzeichnet von sechs Mitgliedern der Allianz der
Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz,
Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm
Leibniz e.V. und Wissenschaftsrat), von über 300 wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Informationseinrichtungen und Verbänden sowie von
mehr als 4.700 Einzelpersönlichkeiten. Sprecher des Aktionsbündnis sind
Prof. Kuhlen (Konstanz), Prof. Beger (Hamburg), Dr. Degkwitz
(Cottbus). Weitere Informationen über Nachfrage an: rainer.kuhlen at
uni-konstanz.de, beger at sub.uni-hamburg.de und degkwitz at
tu-cottbus.de
Impressum
Prof. Dr. Rainer Kuhlen
c/o Universität Konstanz
Postfach D-87
D-78457 Konstanz
Tel +49-(0) 7531-88-2879 Fax +49-(0) 7531-88-2048
rainer.kuhlen at uni-konstanz.de www.urheberrechtsbuendnis.de
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News  |
Februar 4th 2010:
Die freie Nutzung des mit öffentlichen Mitteln produzierten Wissens muss jedermann möglich sein. Eine Zusatzpetition an den Deutschen Bundestag.
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January 7th 2010:
Das Aktionsbündnis bezieht zum Strategiepapier der EU-Kommission zu Creative Content in a European Digital Single
Market: Challenges for the Future Stellung.
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December 10th 2009:
Das Aktionsbündnis kann das Urteil des OLG Frankfurt
in Sachen § 52b UrhG nicht als angemessen oder gar zukunftsweisend akzeptieren.
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November 30th 2009:
Nachschau der Jahrestagung
Vortragsfolien,
Pressemitteilung
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November 18th 2009:
Google Settlement Version 2 bietet noch Optionen für die Wissenschaft, droht jedoch Europa aus der Sichtbarkeit zu drängen.
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November 14th2009:
Aktionsbündnis beantwortet die öffentlichen Fragen der EUROPEANA zu ihrer strategischen Ausrichtung
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November 12th 2009:
Flyer zur Unterstützung der Open Access Petition publiziert.
(download A5 or
A4 for duplex printout)
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November 10th 2009:
Unterstützung der Bundestags-Petition Wissenschaft und Forschung - Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen
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October 27th 2009:
Das Aktionsbündnis begrüßt die Absicht der zukünftigen Bundesregierung, das Urheberrecht weiterzuentwickeln.
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October 8th 2009:
Die zukünftige Bundesregierung muss sich der Herausforderung stellen,
über das Urheberrecht die Kreativität der Wissenschaft und die
Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern
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September 26th 2009:
Antworten der CDU/CSU Bundestagsfraktion und der Piraten Partei auf Wahlprüfsteine ergänzt:
(answers)
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September 21st 2009:
Kollektiver Widerspruch gegen VG Wort-Zwangsvertretung im Google Book Search
(press release)
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September 21st 2009:
Das Aktionsbündnis stellt Antworten der Parteien auf seine Wahlprüfsteine vor — Entscheidungsrelevante Divergenzen sind auszumachen
(answers and synopsis)
(press release)
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September 4th 2009:
Handlungsempfehlungen für Wissenschaftler zur Rechteübertragung an die VG WORT publiziert
(letter)
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September 2nd2009:
Das Aktionsbündnis hat einen Amicus Curiae-Brief an das für das GBS Settlement zuständige Gericht geschickt.
(letter)
(press release)
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September 1st 2009:
Das Aktionsbündnis hat einen Amicus Curiae-Brief an das für das GBS Settlement zuständige Gericht geschickt.
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August 21st 2009:
Aktionsbündnis in direkten Verhandlungen mit Google Inc. wegen GBS
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July 28th 2009:
Aktionsbündnis sendet Wahlprüfsteine an die Fraktionsgeschäftsstellen der im Bundestag vertretenen Parteien mit der Aufforderung zur Beantwortung.
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June 13th 2009:
Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Anfrage des Bundesministeriums der Justiz
vom 19. Februar 2009: Urheberrecht Dritter Korb
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June 5th 2009:
Nicht-Zustimmung zu der von der VG Wort angestrebten Wahrnehmung der Rechte wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren
gegenüber Google Inc. bzw. Google Book Search:
Recommendations,
Press Release
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May 11th 2009:
Nachlese des Sprechers Rainer Kuhlen zur Urheberrechtskonferenz des BMJ
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May 4th 2009:
Empfehlung an die Unterzeichner, und alle anderen Wissenschaftler, zum Verhalten gegenüber dem
Google Book Settlement publiziert und verschickt
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April 27th 2009:
Stellungnahme zur Heidelberger Erklärung publiziert
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March 25th 2009:
Was ist uns Wissenschafts- und Publikationsfreiheit wert?
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October 20th 2008:
Bildungsgipfel ohne Informationsfreiheit nur eine Schimäre
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July 24th 2008:
Vorsichtiger Optimismus — Bewegung im europäischen Urheberrecht? Ein neues Grünbuch der EU-Kommission
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