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Coalition for Action
“Copyright for Education and Research”

Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“

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Pressemitteilung 04/10
vom 29. Juni 2010

Keine neuen Barrieren über ein neues Leistungsschutzrecht im Urheberrecht

Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft zieht aus der ersten Anhörung des Justizministeriums zum Leistungsschutzrecht am 28. Juni 2010 im Rahmen des Dritten Korbs den Schluss, dass ein neues Leistungsschutzrecht für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie für Verlage im Bildungsbereich (vor allem zugunsten der Schulbuchverlage) so überflüssig wie ein Kropf ist.

Gut 90% der Anwesenden — Information Provider, Journalistenverbände, Bitkom, Pressesprecher, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, Bibliotheken, Zivilgesellschaft — konnten nicht erkennen, wieso ein Leistungsschutzrecht dem Ziel der Beförderung eines Qualitätsjournalismus nützlich sein sollte. Ebenso wurden Daten aus empirischen Studien vermisst, die belegen können, dass Verlage in elektronischen Umgebungen ohne ein Leistungsschutzrecht nicht wirtschaftlich operieren können. Innovative Phantasie auf den kommerziellen und freien Märkten ist gefragt, nicht weitergehende Einschränkungen durch Urheberrechtsregulierungen.

Das Aktionsbündnis hat im Prinzip keine Einwände gegen eine auch kommerzielle Verwertung von Wissen und Information. Auch ein Leistungsschutzrecht muss nicht prinzipiell abgelehnt werden. Es macht aber nur dann Sinn, wenn zum einen den Nutzern nicht zusätzliche finanzielle Belastungen zugemutet werden und wenn zum andern die Verwerter tatsächlich informationelle Mehrwertleistungen generieren und wenn, nicht zuletzt, die Urheber selber an den erweiterten Einnahmen fair beteiligt werden. Wenn nicht — Kreative (Wissenschaftler, Journalisten, Künstler) können ihre Werke in der Originalversion selber im Web öffentlich zugänglich machen. Vielleicht reichte das den Nutzern!

Immerhin — Presseverleger versicherten auf Anfrage, dass sie keinesfalls Digital Rights Management zum Schutz ihrer Produkte einsetzen wollten, so dass der fatale § 95a, der Schrankenrechte für die Nutzung außer Kraft setzt, nicht angewendet werden muss. Dies möchte das Aktionsbündnis explizit festgehalten wissen.

Das Aktionsbündnis möchte nicht zuletzt die Verleger auffordern, ihre Argumente für ein Leistungsschutzrecht nicht länger, wie in der Anhörung geschehen, mit dem Verweis auf geistiges Eigentum zu begründen. Das geistige Eigentum ist den Urhebern zuzurechnen, niemandem sonst. Das Urhebervertragsrecht sollte zudem die komplette Übertragung der Urheberverwertungsrechte durch exklusive Übertragung unterbinden; wie es im journalistischen Bereich durch Buy-out-Verträge immer üblicher wird.

Das Aktionsbündnis fordert das Justizministerium und die Bundesregierung insgesamt auf, sich von dem offensichtlich unüberlegten Ziel des Koalitionsvertrags zu verabschieden, über das Urheberrecht den Verwertern neue Privilegien zuzusichern. Die Justizministerin hatte in ihrer Berliner Rede vom 14. Juni ja deutlich die kommerziellen Verwerter davor gewarnt, das Urheberrecht für den „Erhalt ihrer überholten Geschäftsmodelle“ zu missbrauchen. Wenn das Urheberrecht erweitert werden soll, dann wohl doch eher in Richtung eines nutzerorientierten Urheberrechts.

Bildung und Wissenschaft erwarten, dass der Dritte Korb sich eher in Richtung eines Wissenschaftskorbs entwickelt. Dafür, als Wissenschaftskorb, war er ja vom Bundestag eingerichtet worden. Die Anhörung zum Leistungsschutzrecht sollte so schnell wie möglich vergessen werden. Dieses bringt niemanden wirklich weiter.

Prof. Dr. Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“


The Coalition for Action "Copyright for Education and Research" (http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) was founded in 2004 in connection with the amendment of copyright legislation in Germany. The Coalition for Action lobbies for a balanced copyright and demands free access to worldwide information at any time from anywhere for everybody active in public education and research. The Coalition for Action is based on the Göttingen Declaration on Copyright for Education and Research of 5 July 2004. Six members of the alliance of German research organizations (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. and Wissenschaftsrat), more than 365 learned societies, federations and institutions as well as more than 7,200 individuals were subscribers to this declaration. Speakers of the Coalition for Action are Prof. Dr. Kuhlen (Konstanz), Dr. Müller (Heidelberg), Dr. Sepp (Kassel). More information on demand by: rainer.kuhlen at uni-konstanz.de, hmueller at mpil.de and sepp at physik.uni-kassel.de.

Further information on the topic of a Copyright for Education and Research can be found at IUWIS.

October 15 – 16, 2015Brandenburger Tor, 2009 by Th. Severiens
Annual Meeting of the Coalition in Berlin
Program and Registration

News  
June 17th 2015

The Legal Affairs Committee of the European Parliament has in its meeting on June 16, 2015 voted on the so-called “Reda Report” about the evaluation of a European copyright. It was agreed, among others, the estimation of the author, that „…libraries make an indispensable contribution to knowledge distribution and are intended to be authorized inter alia to the right of borrowing information in its digital format…“ In parallel, Reda stresses that authors should be granted an appropriate reward for this digital lending. (more)


May 8th 2015

The requirement to set up a comprehensive exception to the rights of education and science in copyright law, initiated by the Coalition for Action and by ENCES, is now arrived at the vice president, Digital Single Market of the EU Commission, Andrus Ansip, through a letter of C4C. (letter)


May 6th2015

Today the EU presented its vision for ‚A Digital Single Market Strategy for Europe‘. Section 2.4. touches upon copyright issues for education and science, specifically on text and data mining. Our Coalition will follow the ongoing debate about the EU copyright reform and will promote the need for a comprehensive exception in favour of education and science. (more)


April 22nd 2015

To the World Book and Copyright Day it is recalled: authors, education and research need access. (more)


April 20th 2015

Prof. Dr. Rainer Kuhlen zum § 52b Urteil des BGH:
„Für Bildung und Wissenschaft [..] ist die Entscheidung ein wichtiger Schritt in Richtung eines bildungs- und wissenschaftsfreundlichen Urheberrechts.“ (more)


January 26th 2015Flyer zum Zweiverwertungsrecht

Informationsblatt zum Zweitverwertungsrecht für wissenschaftliche Artikel erschienen. Falls Sie größere Stückzahlen zum Auslegen bei Tagungen etc. benötigen, kontaktieren Sie uns einfach.
(Flyer zum Selbstausdrucken...)
December 4th 2014

Aktualisierter Textvorschlag einer allgemeinen und umfassenden Bildungs- und Wissenschaftsklausel vorgestellt (more)


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Version: February 2015

publication Information als Vitamin für Innovation: Schanken oder Lizenzen für Forschung und Lehre?
Compilation for the annual meeting on October 10, 2013

publication Breite Unterstützung für eine umfassende Verbesserung des Urheberrechts für Bildung und Wissenschaft
Evaluation of a survey and policy implications, September / October 2011

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