UrhG Aktionsbündnis
,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"
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Pressemitteilung 9/09
vom 21. September 2009

Kollektiver Widerspruch gegen VG Wort-Zwangsvertretung im Google Book Search

Das Aktionsbündnis hat der VG Wort am 21. September zahlreiche Widersprüche gegen die Änderung des Wahrnehmungsvertrages überreicht. Diese in Bildung und Wissenschaft Tätigen wollen selbst die Kontrolle über die Verfügbarkeit ihrer Publikationen behalten und der VG Wort nicht das Mandat erteilen, von Google das Löschen ihrer Publikationen aus dem Google Index zu verlangen oder mit anderen Verwertern Lizenzverträge zu weiteren Nutzungen abzuschließen. Der Zugriff auf ihre Werke soll frei bleiben.

Hintergrund:

Auf ihrer letzten Mitgliederversammlung hatte die VG Wort in einer Änderung des Wahrnehmungsvertrages beschlossen, dass der Verwertungsgesellschaft die Rechte zur Lizenzierung von Publikationen gegenüber Google im Rahmen des Google Book Search zufallen, sofern die betroffenen Autoren der Vertragsänderung nicht widersprechen.

Das Aktionsbündnis hatte daraufhin den Unterzeichnern der Göttinger Erklärung angeboten, diesen Widerspruch frist- und formgerecht kollektiv vorzunehmen. Der „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft e.V.“ hat nun, am 21. September, der VG Wort das Paket mit den Widersprüchen derjenigen Wissenschaftler, Autoren, Dozenten überreicht, die ihn mit der Vertretung in dieser Angelegenheit beauftragt hatten.

Die Wissenschaftler befürchten insbesondere, dass die VG Wort eine Zwangslöschung aller deutschen Publikationen, an denen sie die Rechte möchte, aus dem Google Index beauftragen wird. Damit wären viele Publikationen auch aus vergriffenen Werken für Wissenschaftler nicht mehr verfügbar, was die Zitierhäufigkeit dieser Arbeiten deutlich reduzieren würde.

Weitere Informationen über bundeszentrale@urhg-bildung-wissenschaft.de, von der Website des Aktionsbündnisses oder über das Projekt IUWIS – Infrastruktur Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft

Prof. Dr. Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“


Das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" (http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) wurde 2004 im Zusammenhang mit der Novellierung der Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland gegründet. Das Aktionsbündnis setzt sich für ein ausgewogenes Urheberrecht ein und fordert für alle, die zum Zweck von Bildung und Wissenschaft im öffentlichen Raum tätig sind, den freien Zugang zur weltweiten Information zu jeder Zeit von jedem Ort. Grundlage des Aktionsbündnisses ist die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft vom 5. Juli 2004. Diese Erklärung wurde unterzeichnet von sechs Mitgliedern der Allianz der Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und Wissenschaftsrat), von über 365 wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Informationseinrichtungen und Verbänden sowie von mehr als 7.000 Einzelpersönlichkeiten. Sprecher des Aktionsbündnis sind Prof. Dr. Kuhlen (Konstanz), Dr. Müller (Heidelberg), Dr. Sepp (Kassel). Weitere Informationen über Nachfrage an: rainer.kuhlen at uni-konstanz.de, hmueller at mpil.de und sepp at physik.uni-kassel.de.

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Wichtige Links
Pressemitteilungen des Aktionsbündnisses

Das IUWIS Projekt entwickelt Social-Network mit Informationen zum Urheberrecht in Bildung und Wissenschaft (vorläufiger Webauftritt).