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Aktionsbündnis
„Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“
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„Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“

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Pressemitteilung 03/12
vom 12. Juni 2012

Eine realistische politische Perspektive für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht und eine einheitliche Wissenschaftsschranke durch die CDU/CSU-Fraktion

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” begrüßt den Beitrag, den das heute veröffentlichte Diskussionspapier der CDU/CSU Bundestagsfraktion in der aktuellen Debatte um eine Novellierung des Urheberrechts liefert. Das Aktionsbündnis fordert die Bundesregierung auf, die Anregungen der Fraktion bezüglich einer einheitlichen Wissenschaftsschranke, eines Zweitveröffentlichungsrechts und der Beförderung von Open Access im anstehenden 3. Korb der Urheberrechtsreform aufzunehmen.

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” begrüßt das Diskussionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 12.6.2012, in dem sich, hoffentlich auch für die Bundesregierung insgesamt, zum Teil ganz neue politische Perspektiven eröffnen. Gut, dass die Abgeordneten nun die notwendige Initiative ergreifen.

Das Aktionsbündnis begrüßt vor allem die Ausführungen zum „wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht” – ein Ziel, das das Aktionsbündnis seit vielen Jahren verfolgt und das auch im Koalitionspapier der vorigen Regierung, der großen Koalition, verankert war (ohne dass es eingelöst wurde).

Zum ersten Mal wird von der CDU/CSU-Fraktion anerkannt, was jedermann in Bildung und Wissenschaft längst laufend erfährt: dass die bisherigen auf Bildung und Wissenschaft ausgerichteten Schrankenregelungen des Urheberrechtsgesetzes „nicht mehr passgenau und teilweise technisch überholt” sind und sich „vor Gericht als nicht praktikabel” erwiesen haben. Auch die Bundesjustizministerin in ihrem Gastkommentar in der FAZ sieht, dass die „letzten gesetzlichen Änderungen zwischen 1998 und 2009 zu erheblichen Verkomplizierungen am Text des Urheberrechtsgesetzes und deutlichen Akzeptanzproblemen geführt” haben.

Gefordert wird daher von der CDU/CSU-Fraktion eine „einheitliche Wissenschaftsschranke”.

Natürlich wird man abwarten müssen, wie sich die Politik diese Schranke konkret vorstellt. Ein Vorschlag für eine umfassende Wissenschaftsklausel (über einen neuen § 45 b) hat das Aktionsbündnis im Juli 2010 vorgelegt. Dem haben sich, in leicht modifizierten eigenen Versionen, sowohl die Wissenschaftsorganisationen als auch die Kultusministerkonferenz angeschlossen. Auch Ministerialrat Dr. Thomas Pflüger vom MWFK in Baden-Württemberg hat jüngst in der Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht (ZUM 2012, 444) aus der (un)endlichen Geschichte um die Be-/Entfristung von § 52 a UrhG den Schluss gezogen, dass „§ 52 a UrhG in eine generelle Schrankenregelung transformiert” werden sollte.

Dass zudem die CDU/CSU-Bundestagfraktion Open-Access-Veröffentlichungen unterstützen und sich für eine „Verankerung eines verbindlichen Zweitveröffentlichungsrechts” einsetzen will, zeigt, dass die Zeichen der Zeit erkannt worden sind: „Ziel ist es, dass öffentlich geförderte Forschungsprojekte nicht ausschließlich in Verlagspublikationen veröffentlicht werden. Die Autoren sollen ihre Werke zeitnah auch durch Open Access der Öffentlichkeit zugänglich machen können.” Dazu muss das „verbindliche Zweitveröffentlichungsrecht” allerdings nicht nur – wie im Papier vorgeschlagen – in den „Förderrichtlinien” verankert werden, sondern auch im Urheberrecht — naheliegend durch eine Änderung von § 38 UrhG.

Das Aktionsbündnis fordert von der Bundesregierung bzw. vom zuständigen Bundesministerium für Justiz, dieses Diskussionspapier jetzt aufzugreifen und einen Entwurf des Dritten Korbs vorzulegen, der den Weg zu einem wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht eröffnet.

Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft”
V.i.S.d.P. Prof. Dr. Rainer Kuhlen (Sprecher)


Hintergrund: Im 2004 gegründeten Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ sind neben den sechs großen Wissenschaftsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Wissenschaftsrat 372 Fachgesellschaften, Verbände und Institutionen sowie mehr als 7250 persönliche Unterzeichner der „Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ zusammengeschlossen.

Weitere Informationen zum Themenkomplex des Urheberrechts für Bildung und Wissenschaft bietet auch die Plattform IUWIS.

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News  
7. Juli 2017 Paragraphenzeichen

Die Urheberrechtsreform (UrhWissG) ist durch — Erleichterung, aber kein Grund zum Jubeln
(Pressemitteilung).

26. Juni 2017 Pusteblume

Ein Appell an den Bundestag: Das UrhWissG muss in dieser Legislaturperiode ohne Einschränkungen verabschiedet werden.
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22. Mai 2017 Spielplatz

FAZ, diesen Kampf kannst Du nicht gewinnen — Verzerrter Journalismus in Sachen Urheberrecht durch Herausgeber und Geschäftsführer der FAZ
Das Aktionsbündnis kritisiert den offenen Brief der Herausgeber und Geschäftsführer an den Bundesrat vom 12.5.2017 und den vom 18.05.2017 an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Durch diese Schreiben versuchen die „Macher“ des Blattes Druck auf die Gesetzgebungsorgane auszuüben. Dieses Verhalten kann man gelinde gesagt nur als ungewöhnlich und äußerst bedenklich bezeichnen.
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10. Mai 2017

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27. April 2017 schlechter Weg

Die Zeit drängt: Bildung und Wissenschaft brauchen eine Reform des Urheberrechts!
Wir unterstützen weiter den vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf für eine Reform des Urheberrechts, jedoch bedauern wir die Verschlechterungen des Regierungsentwurfs im Vergleich zum Referentenentwurf.
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23. Februar 2017

Petition zur Unterstützung des Referentenentwurfs zur Reform des Urheberrechts
Unterstützen auch Sie diese Petition auf change.org!
(zur Petition)


14. Februar 2017 fake-news

Wir machen darauf aufmerksam, dass auf der Website www.publikationsfreiheit.de versucht wird, die Öffentlichkeit und insbesondere die Autorinnen und Autoren in Bildung und Wissenschaft mit unzutreffenden Behauptungen zugunsten von Verlagsinteressen zu manipulieren.
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24. Januar 2017

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12. Dezember 2016 Paragraphenzeichen

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Empfehlung zum Umgang mit § 52a UrhG im Kontext des Rahmenvertrags zwischen KMK und VG-Wort veröffentlicht.
(Pressemitteilung)


16. November 2016 Breif an den BMJV

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Publikationen
publication Was wissen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Urheberrechte, wie handeln sie, und was wünschen sie?
Studie im Auftrag des Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft e.V.

publication Folder mit unserem Empfehlungen zum Umgang mit dem Rahmenvertrag zwischen KMK und VG-Wort zu § 52a UrhG
Version: 22. November 2016
Format: A4 duplex

publication Folder mit den aktuellen Forderungen
Version: August 2015 — größere Stückzahlen zur Auslage können Sie bei uns anfordern.

publication Folder zur Allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsklausel
Version: August 2015 — größere Stückzahlen zur Auslage können Sie bei uns anfordern.

publication Folder zum Zweitöffentlichungsrecht für wissenschaftliche Artikel
Version: Juli 2015 — größere Stückzahlen zur Auslage können Sie bei uns anfordern.

publication Information als Vitamin für Innovation: Schranken oder Lizenzen für Forschung und Lehre?
Zusammenstellung zur Jahrestagung am 10. Oktober 2013

publication Breite Unterstützung für eine umfassende Verbesserung des Urheberrechts für Bildung und Wissenschaft
Auswertung einer Befragung und politische Konsequenzen, September/Oktober 2011

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facebook Facebook-Auftritt des Aktionsbündnisses

Das IUWIS Projekt entwickelt Social-Network mit Informationen zum Urheberrecht in Bildung und Wissenschaft.

zuletzt geändert am 9. 01. 2015Stand des Newsdienstes: 8. 07. 2017