Pressemitteilung 01/10
vom 7. Januar 2010
Auch wissenschaftliche Inhalte sind „Creative Content“
Das Aktionsbündnis
„Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat der
EU-Kommission eine Stellungnahme zu dem Strategiepapier „Creative
Content in a European Digital Single Market: Challenges for the
Future” übermittelt. Mit diesem Dokument der beiden
EU-Generaldirektionen für Informationsgesellschaft und Markt
wurden interessierte Gruppen und Institutionen aufgefordert, ihre
Meinung mitzuteilen, wie vor allem mit nutzergenerierten kreativen
Inhalten regulativ umgegangen werden soll.
Das Aktionsbündnis
sieht einige vielversprechende Ansätze in diesem Dokument, hält
jedoch die vorgenommene Beschränkung kreativer Inhalte auf
Musik, Publizieren, AV-Medien und Video-Spiele nicht für
angemessen. Das Aktionsbündnis fordert daher die Kommission auf,
bei den Regulierungsbemühungen für „Creative Content“
unbedingt auch wissenschaftliche Inhalte als Ergebnis von Kreativität
mit einzubeziehen. Wissenschaftlicher „Content“ ist nicht
zuletzt auch für die gesamte produzierende Industrie sowie für
alle Dienstleistungsunternehmen als Grundlage für Innovationen
entscheidend wichtig.
Das Aktionsbündnis
begrüßt die von der Kommission erhobene Forderung, neue
Geschäftsmodelle zu entwickeln, die dem elektronischen Umfeld
angemessen sind. Das Aktionsbündnis erinnert die Kommission
daran, dass kreative Inhalte am besten gefördert werden, wenn
auch in der Wirtschaft Publikationsmodelle Anwendung finden, die dem
Open-Access-Modell folgen.
Keinesfalls kann –
vor allem in Bildung und Wissenschaft – die Entwicklung und
Nutzung kreativer Inhalte alleine dem Markt überlassen bleiben.
Das Aktionsbündnis unterstützt daher die Pläne der
Kommission, die Rechte und Interessen der Kreativen und der Verwerter
auch über das Urheberrecht zu stärken, mahnt aber an, dass
auch die rechtliche Fundierung eines nutzerorientierten Urheberrechts
über nutzerfreundliche Schrankenbestimmungen weiter erforderlich
ist.
Auch in der
aktuellen Diskussion der WIPO, der UN-Organisation für geistiges
Eigentum, wird deutlich erkennbar, dass ein offeneres, mit
liberaleren Schrankenregelungen ausgestattetes Urheberrecht notwendig
ist, um die Öffentlichkeit an den Entwicklungen der
Wissensgesellschaft teilhaben zu lassen.
Das Aktionsbündnis
fordert daher die Kommission auf, diesem internationalen Trend zu
folgen und die aus dem Jahr 2001 stammende Urheberrechtsrichtlinie
der EU an die gegenwärtigen, auch technologischen
Rahmenbedingungen zur Produktion und Nutzung kreativer Inhalte
anzupassen.
Der vollständige
Text der Stellungnahme ist auf der Website des Aktionsbündnisses
abrufbar:
http://www.urheberrechtsbuendnis.de/docs/stellungnahme-aktionsbuendnis-zu-creative-content-final.pdf
Prof. Dr. Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft
Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft
(http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) wurde 2004 im Zusammenhang mit
der Novellierung der Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland
gegründet. Das Aktionsbündnis setzt sich für ein ausgewogenes
Urheberrecht ein und fordert für alle, die zum Zweck von Bildung und
Wissenschaft im öffentlichen Raum tätig sind, den freien Zugang zur
weltweiten Information zu jeder Zeit von jedem Ort. Grundlage des
Aktionsbündnisses ist die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für
Bildung und Wissenschaft vom 5. Juli 2004. Diese Erklärung wurde
unterzeichnet von sechs Mitgliedern der Allianz der
Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz,
Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm
Leibniz e.V. und Wissenschaftsrat), von über 365 wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Informationseinrichtungen und Verbänden sowie von
mehr als 7.100 Einzelpersönlichkeiten. Sprecher des Aktionsbündnis sind
Prof. Dr. Kuhlen (Konstanz), Dr. Müller (Heidelberg), Dr. Sepp
(Kassel). Weitere Informationen über Nachfrage an: rainer.kuhlen at
uni-konstanz.de, hmueller at mpil.de und sepp at physik.uni-kassel.de.
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News  |
15. Juli 2010:
Aktionsbündnis zieht positives Resümee der 2. Anhörung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf für Bildung und Wissenschaft
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6. Juli 2010:
Aktionsbündnis stellt seinen Entwurf einer Wissenschaftsschranke im Urheberrecht vor
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30. Juni 2010:
Mit ENCES (European Network for Copyright in Support of Education and Science) wurde eine wichtige
Interessenvertretung gegründet.
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29. Juni 2010:
Ein Leistungsschutzrecht ist für Presse- und Schulbuch-Verlage ist nicht zu rechtfertigen, wie die Anhörung
des BMJ am 28. Juni 2010
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15. Juni 2010:
Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Rede der Bundesjustizministerin
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14. Juni 2010:
Die Bundesjustizministerin hielt heute ihre Berliner Rede zum Urheberrecht:
[Manuskript der Rede]
[Materialsammlung von IUWIS zum 3. Korb]
Eilmeldung: Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Rede der Ministerin
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4. Februar 2010:
Die freie Nutzung des mit öffentlichen Mitteln produzierten Wissens muss jedermann möglich sein. Eine Zusatzpetition an den Deutschen Bundestag.
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7. Januar 2010:
Das Aktionsbündnis bezieht zum Strategiepapier der EU-Kommission zu Creative Content in a European Digital Single
Market: Challenges for the Future Stellung.
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10. Dezember 2009:
Das Aktionsbündnis kann das Urteil des OLG Frankfurt
in Sachen § 52b UrhG nicht als angemessen oder gar zukunftsweisend akzeptieren.
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30. November 2009:
Nachschau der Jahrestagung
Vortragsfolien,
Pressemitteilung
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18. November 2009:
Google Settlement Version 2 bietet noch Optionen für die Wissenschaft, droht jedoch Europa aus der Sichtbarkeit zu drängen.
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14. November 2009:
Aktionsbündnis beantwortet die öffentlichen Fragen der EUROPEANA zu ihrer strategischen Ausrichtung
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12. November 2009:
Flyer zur Unterstützung der Open Access Petition publiziert.
(Download in A5 oder
A4 für duplex Ausdruck)
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10. November:
Unterstützung der Bundestags-Petition Wissenschaft und Forschung - Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen
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27. Oktober 2009:
Das Aktionsbündnis begrüßt die Absicht der zukünftigen Bundesregierung, das Urheberrecht weiterzuentwickeln.
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8. Oktober 2009:
Die zukünftige Bundesregierung muss sich der Herausforderung stellen,
über das Urheberrecht die Kreativität der Wissenschaft und die
Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern
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26. September 2009:
Antworten der CDU/CSU Bundestagsfraktion und der Piraten Partei auf Wahlprüfsteine ergänzt:
(Antworten)
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21. September 2009:
Kollektiver Widerspruch gegen VG Wort-Zwangsvertretung im Google Book Search
(Pressemitteilung)
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21. September 2009:
Das Aktionsbündnis stellt Antworten der Parteien auf seine Wahlprüfsteine vor — Entscheidungsrelevante Divergenzen sind auszumachen
(Antworten und Synopse)
(Pressemitteilung)
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4. September 2009:
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(Brief)
(Pressemitteilung)
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2. September 2009:
Das Aktionsbündnis hat einen Amicus Curiae-Brief an das für das GBS Settlement zuständige Gericht geschickt.
(Brief)
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21. August 2009:
Aktionsbündnis in direkten Verhandlungen mit Google Inc. wegen GBS
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28. Juli 2009:
Aktionsbündnis sendet Wahlprüfsteine an die Fraktionsgeschäftsstellen der im Bundestag vertretenen Parteien mit der Aufforderung zur Beantwortung.
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13. Juni 2009:
Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Anfrage des Bundesministeriums der Justiz
vom 19. Februar 2009: Urheberrecht Dritter Korb
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5. Juni 2009:
Nicht-Zustimmung zu der von der VG Wort angestrebten Wahrnehmung der Rechte wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren
gegenüber Google Inc. bzw. Google Book Search:
Empfehlungen,
Pressemitteilung
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11. Mai 2009:
Nachlese des Sprechers Rainer Kuhlen zur Urheberrechtskonferenz des BMJ
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4. Mai 2009:
Empfehlung an die Unterzeichner, und alle anderen Wissenschaftler, zum Verhalten gegenüber dem
Google Book Settlement publiziert und verschickt
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27. April 2009:
Stellungnahme zur Heidelberger Erklärung publiziert
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25. März 2009:
Was ist uns Wissenschafts- und Publikationsfreiheit wert?
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21. Oktober 2008:
E. Steinhauer startet einen Blog zum Wissenschaftsurheberrecht
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20. Oktober 2008:
Bildungsgipfel ohne Informationsfreiheit nur eine Schimäre
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24. Juli 2008:
Vorsichtiger Optimismus — Bewegung im europäischen Urheberrecht? Ein neues Grünbuch der EU-Kommission
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Pressemitteilungen
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Projekt entwickelt Social-Network mit Informationen zum Urheberrecht
in Bildung und Wissenschaft (vorläufiger Webauftritt).
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